Kontaktdaten:
Direktorium für Galopprennsport
und Vollblutzucht in Österreich
Racino Platz 1
2483 Ebreichsdorf
Tel  +43 22 54 9000 1509
Fax +43 22 54 9000 1513
Karin Schweigert, Sekreteriat
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16.11.2017

SEKRETARIAT - NEWS und ÖFFNUNGSZEITEN

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14.11.2017

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21.09.2017

RENNTERMINE & ERGEBNISSE 2017

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GESTÜT-BUCH

 

Das Österreichische Gestüt-Buch erscheint alle 5 Jahre. Der aktuelle Band XIV (2006-2010) ist im Juli 2012 erschienen.

Die Bände V-XIV können im Sekretariat während der Bürozeiten zu folgenden Preisen erworben werden:

 

Band V-XII             € 10,00

Band XIII               € 25,00

Band XIV               € 30,00

 

Die jährlich erscheinenden Nachträge/Supplements (A4-Format) können gegen einen Druckkostenbeitrag von € 10,00 ebenfalls während der Bürozeiten im Sekretariat erworben werden.

 

 

GESTÜT-BUCH-ORDNUNG

(herausgegeben vom Direktorium für Galopprennsport und Vollblutzucht in Österreich)

 

A. Grundlagen

 

1. Das Offizielle Gestüt-Buch für Österreich wird vom Direktorium für Galopprennsport und 
    Vollblutzucht in Österreich geführt und dokumentiert die ordnungsgemäße Durchführung
    der Vollblutzucht.

2. Grundlagen der Gestüt-Buch-Ordnung sind:

a)   die tierzuchtrechtlichen Vorschriften der Republik Österreich und der
      Bundesländer

b)   Die Bestimmungen des Renn-Reglements

3. Änderungen der Gestüt-Buch-Ordnung werden auf Empfehlung der
    Vollblutzucht-Kommission beschlossen.

 

B. Zuchtprogramm

 

1. Zuchtgebiet

Das Zuchtgebiet des Direktoriums umfasst alle Bundesländer der Republik Österreich.

2. Zuchtziel

Das Zuchtziel ist ein auf Erbgesundheit, Schnelligkeit, Ausdauer, Härte und Einsatzbereitschaft für höchste Leistungen gezüchtetes Vollblutpferd mit Adel und genügend Substanz, welches darüber hinaus aufgrund seines Charakters, seiner Harmonie im Exterieur und seines natürlichen Bewegungsablaufes auch für die Verwendung in der Landespferdezucht sowie als Reitpferd geeignet ist.

3. Zuchtmethode

Das Zuchtziel wird durch Reinzucht angestrebt. Die Ergebnisse der Leistungsprüfungen (Rennen) sind Grundlagen für die Zuchtwertschätzung und Selektion. Neben der Eigenleistung sind Leistungen der Nachzucht zu berücksichtigen. Durch die Leistungsprüfungen von Pferden beiderlei Geschlechts werden vornehmlich Leistungsvermögen, Leistungsbereitschaft, Härte, Gesundheit, Charakter und Temperament ermittelt.


C. Definition eines Vollblutes


Ein englisches Vollblut, ist ein Pferd, das in einem Gestüt-Buch geführt wird, welches  vom „International Stud Book Committee“ (Appendix 8) überprüft wird und zum Führen des Titels „OFFIZIELLES GESTÜT-BUCH“ berechtigt ist.

 

1.   Qualifikation / Eintragung in das Gestüt-Buch

 

Ein englisches Vollblut im Sinne des „International Agreement on Breeding and Racing, Art.12“ muss zur Führung im Offiziellen Gestüt-Buch folgende Kriterien erfüllen:

1.1. Das Pferd muss das Produkt einer Paarung zwischen einem Hengst und einer Stute sein, die beide in einem anerkannten Vollblut Gestüt-Buch geführt sind, oder eines oder beide Elterntiere wurden aus dem Non-Thoroughbred Register unter Einhaltung der in Art.13/4.1. aufgezählten Bedingungen übernommen.

 

2.   Bedingungen zur Anerkennung eines Fohlens

 

2.1. Das englische Vollblut muss das Ergebnis der Anpaarung eines Hengstes mit einer Stute sein, durch natürlichen Sprung des Hengstes mit Einführen des Penis und anschließender Ejakulation von Samen in den Fortpflanzungstrakt der Stute. Als Hilfe während der Bedeckung darf, wenn eine autorisierte Person der Zuchtkommission des Landes anwesend ist, eine Portion Samen, welcher während des Sprunges vom Hengst produziert wurde, sofort in den Fortpflanzungstrakt der Stute verbracht werden.

 

3. Trächtigkeit

 

3.1. Eine natürliche Einnistung des Embryos hat in derselben Stute stattzufinden aus der der Embryo stammt. Kein Fohlen, das aus künstlicher Besamung, Embryotransfer oder Embryotransplantation, Klonen oder irgendeiner anderen Form der genetischen Manipulation stammt, darf im Offiziellen Gestüt-Buch für Österreich geführt werden.

 

4. Aufzeichnungen über die Bedeckung/Deckschein

 

4.1. Alle Details zur Bedeckung müssen vom Hengsthalter oder einer autorisierten Person aufgezeichnet werden, die dafür notwendigen Deckscheine werden vom Direktorium für Galopprennsport und Vollblutzucht zur Verfügung gestellt und an die Hengsthalter versendet und müssen folgendes beinhalten:

 

4.1.1.   Name des Hengstes

4.1.2.   Name der Stute

4.1.3.   das erste und das letzte Datum der Bedeckung

4.1.4.   Bestätigung des Hengsthalters über die ordnungsgemäße 
             Durchführung des Deckaktes wie in Punkt 3.1. beschrieben.

 

4.2. Geburtsdatum, sowie der Geburtsort müssen vom Stutenbesitzer oder einer autorsierten Person auf dem vom Direktorium herausgegeben ZUCHTNACHWEIS/GESTÜT-BUCH-ANMELDEBLATT eingetragen werden, welches folgenden Informationen enthalten muss:

 

4.2.1.   Name des Hengstes

4.2.2.   Name der Stute

4.2.3.   Geburtsdatum und Geburtsort

4.2.4.   Farbe des Fohlens

4.2.5.   Geschlecht des Fohlens

4.2.6.   Züchtername, als Züchter des Fohlens gilt der Besitzer der Stute 
             zum Zeitpunkt der Geburt

4.2.7.   Geburtsland

4.2.8.   Bestätigung über den erfolgten Natursprung, ohne künstliche 
             Besamung oder andere genetische Manipulationen wie in Punkt
             3.1. beschrieben

 

5. Identifikation und Beschreibung eines Fohlens

 

5.1. Die genaue Beschreibung des Fohlens erfolgt auf der Rückseite des vom Direktorium herausgegebenen ZUCHTNACHWEISES/GESTÜT-BUCH-ANMELDE-BLATTES, ist von einem autorisierten Tierarzt auszufüllen und muss folgende Informationen enthalten:

 

5.1.1.   Name des Hengstes

5.1.2.   Name der Stute

5.1.3.   Datum der Geburt

5.1.4.   Farbe des Fohlens

5.1.5.   Geschlecht des Fohlens

5.1.6.   Name des Züchters

5.1.7.   Geburtsland

5.1.8.   eine detaillierte Beschreibung aller angeborenen und 
             erworbenen Abzeichen, Narben und Wirbeln und seit dem
             Geburtsjahrgang 2002 eine Mikrochip Nummer.

 

Der ZUCHTNACHWEIS/GESTÜT-BUCH-ANMELDEBLATT, als Identitäts-nachweis für das Fohlen, muss dem Direktorium auf jden Fall (auch bei Totgeburt, Abortus, Zwillingen etc.) im Geburtsjahr bis 1. November vorgelegt werden.

 

6. Abstammungskontrolle/DNA-Kontrolle und Mikrochip

 

Das Direktorium für Galopprennsport und Vollblutzucht in Österreich garantiert für alle im Gestüt-Buch für Österreich geführten Pferde:

 

6.1.   Alle genetischen Blutuntersuchungen werden nur in einem Labor durchgeführt, welches den internationalen Bestimmungen dafür entspricht.

6.2.   Das Labor muss ständiges Mitglied der ISAG sein und dem Comparison Test der internationalen Gestütsbuchbehörde entsprechen.

6.3.   Alle Ergebnisse und Details zu den Blutuntersuchungen werden vertraulich aufbewahrt und nur an anerkannte Gestütsbuchbehörden weitergegeben.

6.4.   Genotypisierung und Abstammungskontrolle für alle Pferde, die ins Gestüt-Buch aufgenommen werden.

6.5.   Seit dem Geburtsjahrgang 2002 werden alle Pferde bei der Blutabnahme auch mit einem Mikrochip gekennzeichnet, welcher vom Direktorium versendet wird. Weiters sind alle in der Zucht verwendeten Tiere, unabhängig vom Geburtsjahrgang mit einem Mikrochip gekennzeichnet.

 

Alle DNA-Typisierungen für das Österreichische Getüt-Buch werden vom Labor

 

XENO GENETIK Biotechnologie GesmbH

Simmeringer Hauptstr. 24

A-1110 Wien/Vienna

www.xenogentik.at

 

durchgeführt.

 

D. Aufnahme ins Gestüt-Buch/Identität/Pferdepass

 

1. Das Gestüt-Buch, als offizielles Dokument der Vollblutzucht, wird vom Direktorium für Galopprennsport und Vollblutzucht in Österreich geführt und verwaltet. Das Gestüt-Buch ist das verbindliche Register sowohl für die Registrierung und Identifizierung eines englischen Vollblutes, als auch für die Dokumentation eines Pedigrees.

 

Das Gestüt-Buch setzt sich zusammen aus:

 

1.1.   Mutterstuten und deren Nachzucht

1.2.   Mutterstuten unter ihren Vätern

1.3.   Vollblutfohlen geordnet nach ihren Vätern

1.4.   Deckhengste

1.5.   Importliste

1.6.   Exportliste

 

Alle Pferde werden im Zuchtjahr ins Gestüt-Buch aufgenommen. Für Fohlen bedeutet dies den 1. Jänner ihres Geburtsjahres.

 

2. Die Aufnahme ins Gestüt-Buch ist abhängig von der Vorlage folgender Dokumente:

 

-   Deckschein

-   Zuchtnachweis/Gestüt-Buch Anmeldeblatt, welches vom Züchter, oder seinem
    Bevollmächtigten, bis 1. November des Geburtsjahres dem Direktorium vorliegen muss

-   Abstammungssicherung durch DNA-Analyse

-   Mikrochip seit Geburtsjahrgang 2002

 

3. Falls die Stute im Ausland gedeckt wurde, wird das Produkt nur dann registriert, wenn sowohl der Hengst, als auch die Stute in einem offiziell anerkannten Gestüt-Buch geführt werden und der Deckschein von der offiziellen ausländischen Gestüt-Buch-Leitung ans Direktorium übermittelt wurde.

 

4. Wird ein Fohlen, dessen Mutter aus Österreich zur Bedeckung ins Ausland geschickt wurde, im Ausland geboren, muss dem Direktorium der Pass und das Export-Zertifikat des Fohlens, sowie der Deckschein der Stute vorbereitet werden.

 

5. Sollten sich die Besitzverhältnisse des Fohlens während eines Auslandsaufenthaltes ändern, müssen sämtliche Unterlagen über den Besitzwechsel dem Direktorium vorgelegt werden und, beginnend mit dem Züchter, die neuen Besitzverhältnisse im Pferdepass eingetragen werden.

 

6. Sollte eine Vollblutstute vorübergehend in der Warmblutzucht genützt werden, muss dies im Gestüt-Buch vermerkt werden, und im Fall einer Wiederverwendung in der Vollblutzucht, dem Direktorium gemeldet werden.

 

7. Die Deckzeit wird von 15. Februar bis 15. Juli jedes Jahres festgelegt.

 

Alle anerkannten Deckhengste und ihre Standorte werden jährlich im WOCHEN-RENN-KALENDER veröffentlicht.

 

E. Aufnahme importierter Pferde ins Gestüt-Buch

 

Importierte, ausländische Vollblutpferde werde nur dann im Gestüt-Buch für Österreich registriert, wenn das Export-Zertifikat aus dem Geburtsland vorliegt und dieses zu den approved Stud Books Authorities gezählt werden kann.

 

Alle im Export-Zertifikat angeführten Beschreibungen betreffend die Farbe, das Geschlecht, das Alter und das Abzeichendiagramm inklusive Mikrochip sind von einem Tierarzt zu überprüfen. Alle Beschreibungen im ausländischen Pferdepass müssen auf Deutsch übersetzt werden. Sollte das Pferd noch keinen Mikrochip besitzen und nach 2001 geboren sein, muss ein österreichischer Mikrochip vom Tierarzt implantiert werden.

 

F. Identitätsnachweis

 

Alle im Gestüt-Buch für Österreich registrierten Pferde müssen schriftlich und grafisch derart von einem Tierarzt beschrieben sein, dass die Identität des Pferdes sicher, nachvollziehbar und dauerhaft beschreiben ist.

 

Die Identität des Pferdes ist vom Direktorium gesichert durch:

 

-   Angabe von Farbe und Geschlecht

-   Genaue Beschreibung aller angeborenen und erworbenen Abzeichen

-   Exakte Zeichnung aller angeborenen und erworbenen Abzeichen

-   Genehmigung eines Namens

-   Lebensnummer seit Geburtsjahrgang 1999

-   Mikrochip seit Geburtsjahrgang 2002

 

Ein Fohlen muss in den ersten vier Lebensmonaten, während es noch bei der Mutter ist, von einem Tierarzt im Zuchtnachweis/Gestüt-Buch-Anmeldeblatt gezeichnet und beschrieben werden. Gleichzeitig muss der Mikrochip implantiert und Blut für die DNA-Analsye abgenommen werden.

 

G. Abstammungsnachweis / Pedigree

 

1. Das Pedigree ist gesichert durch die Vorlage des Deckscheines und die Sicherstellung der Identität durch DNA-Analyse.

2. Alle lebenden Fohlen müssen DNA typisiert sein.

3. Alle Deckhengste müssen DNA typisiert und gechippt sein, bevor sie als Deckhengste verlautbart werden.

4. Mutterstuten müssen spätestens bei der Geburt des ersten Fohlens gechippt werden.

 

H. Pferdepass

 

1. Jedes Pferd, das im Gestüt-Buch für Österreich registriert ist, erhält einen Pferdepass, welcher zum Nachweis der Identität und als Abstammungsnachweis dient.

Im Falle eines englischen Vollblutes dokumentiert der Pferdepass die im Gestüt-Buch registrierte Abstammung des Pferdes. Für alle Pferde, die im Gestüt-Buch registriert sind gilt, dass ausschließlich das Direktorium für Galopprennsport und Vollblutzucht in Österreich Änderungen oder Ergänzungen im Pferdepass durchführen darf.

 

2. In Anlehnung an die internationalen Anforderungen muss der Pferdepass mindestens Folgendes beinhalten:

 

2.1.   Name und Adresse des Direktoriums für Galopprennsport und Vollblutzucht in
         Österreich

2.2.   Name des Pferdes

2.3.   Geburtsdatum

2.4.   Geburtsland

2.5.   Name des Züchters

2.6.   Gestüt-Buch-Registrierung mit Auflistung jener Auflage, in welcher das
         genannte Pferd erstmalig geführt wird

2.7.   Geschlecht, gegebenenfalls Kastration

2.8.   Abstammung (mind. 3 Generationen)

2.9.   Abzeichendiagramm und Beschreibung des Pferdes

2.10. Labor, in welchem die DNA-Analyse durchgeführt wurde

2.11. Lebensnummer seit 1999

2.12. Mikrochip seit 2002

 

Änderungen im Pferdepass können ausschließlich vom Direktorium durchgeführt werden. Farbveränderungen müssen auch im Gestüt-Buch vermerkt werden.

 

3. Wird das Pferd vorübergehend exportiert, muss der Pferdepass dem Direktorium vorgelegt werden, um dies im Pferdepass zu vermerken.

 

Ein Verlust des Pferdepasses ist unverzüglich dem Direktorium zu melden. Bei Vorhandensein einer Verlustanzeige, kann das Direktorium einen Duplikatspass ausstellen, welcher als solcher gekennzeichnet sein muss. Das Ausstellen eines Duplikatspasses erfordert ein neurliches Abzeichendiagramm des betreffenden Pferdes. Bei jedem Ortswechsel, Trainer- oder Besitzwechsel muss anhand des Pferdepasses die Identität des Pferdes überprüft werden.

 

I. Export-Zertifikat

 

Wird ein Pferd dauerhaft exportiert, wird ein Export-Zertifikat in Anlehnung an den Pferdepass vom Direktorium ausgestellt und direkt an die zuständige Behörde im Exportland gesendet. Handelt es sich um ein international nicht anerkanntes Gestüt-Buch, verbleibt das Original in Österreich und eine Kopie des Export-Zertifikates wird gesendet.

 

J. Wirksamkeit des Gestüt-Buches

 

Die hier angeführten Gestüt-Buch Regeln traten mit Beginn der Decksaison des Jahres 2007 in Kraft.

 

 

         Ebreichsdorf im Juni 2009

                       Direktorium für Galopprennsport und 
                       Vollblutzucht in Österreich